Holland 2017
Geschrieben von Hilma Hundertmark   

Die diesjährige Hollandfahrt begann, wie sonst auch, um 8:00 Uhr in Twiste bei Hundertmarks vor der Haustür. Kalle Löbel verstaute mit viel Geschick die ganzen Gepäckstücke und sonstige Holland-Utensilien wie z.B. den Teekocher für den berüchtigten Hollandtee, in der Unterseite des Busses. Danach mussten nur noch alle Mitfahrer verstaut werden und los ging die Fahrt: einige beschäftigten sich mit ihnen Sitznachbaren, andere „daddelten“ auf ihren iPads um auf der mehrstündigen Fahrt möglichst keine Langeweile aufkommen zu lassen und die ungezügelte Vorfreude in den Griff zu bekommen. Angekommen, packten alle mit an, um die mitgebrachten Lebensmittel und Trainingsgeräte schnellstmöglich zu verstauen um dann die eigenen Bungalows zu beziehen und noch ein paar ruhige Stunden vor dem Sturm zu genießen. Nachmittags ab 15:00 Uhr machten sich die verschiedenen Gruppen auf zu ihrer ersten Trainingseinheit. Wie in den Vorjahren auch, trainierte Herr Hundertmark die Werfer, Christian die Mehrkämpfer, Antje übernahm die U12 und Ramona und Nina die U8. Die Ü20, bestehend aus Fabienne Peters, Victoria Schütz, Rebecca Brand und Lucca Reifferscheidt trainierten/ quälten sich auf eigene Verantwortung. Nachdem die erste Trainingseinheit absolviert wurde, gab es abends ein Begrüßungs- und Kennlerngrillen.
Der nächste und somit erste volle Trainingstag begann mit dem traditionellen Fensterklopfen von Frau Hundertmark um kurz vor 7:00 Uhr. Um 7:30 Uhr hieß es dann Laufen, einmal zum Kanal, gegeben falls noch einmal drum herum und dann wieder zurück. Danach noch 4 Einheiten Seilspringen und dann auf zum lang ersehnten Frühstück. Um 9:00 bzw. 10:00 Uhr ging es dann zur nächsten Trainingseinheit, für manche zum Krafttraining für andere auf dem Sportplatz oder zum Kanal. Nach dem geschafften Training gab es von den Müttern gebackenen Kuchen und endlich den berühmt berüchtigten Hollandtee, dessen Geheimrezeptur von Frau Hundertmark gut gehütet wird. Für das Mittagsessen versorgten sich die Familien selbst, ausgenommen die großen „Kinder“, die von Frau Hundertmark lecker bekocht wurden. Die Zeit zwischen Mittagessen und dritter und letzter Trainingseinheit für den Tag stand jedem frei zur Verfügung. Die „Großen“ gönnten sich schon zu Beginn des Trainingslagers ein Mittagsschläfchen, die „Kleinen“ spielten Fußball. Nach der letzten Trainingseinheit stürmten die meisten in das Erlebnisbad, die einen zum puren Vergnügen, die anderen zur Lockerung der bereits verspannten Muskeln, denn schon nach dem ersten Tag machte sich Muskelkater bemerkbar. Zum Abschluss des ersten erfolgreichen Trainingstages wurde erneut gegrillt, wobei Grillgemüse nicht gern gesehen wurde, da es bekanntlich sehr platzeinnehmend ist. Die Vegetarier mussten stark durchgreifen und durften keine Schwäche zeigen, sonst wäre das Gemüse ganz schnell vom Grill geflogen. Auch eine kleine Musikeinlage durfte nicht fehlen, mit Gitarre und Gesang begleitet wurden wir in den Sonnenuntergang geschaukelt.
Die nächsten Tage verhielt sich das Wetter sehr bescheiden, zwar gab es kaum bis gar ein Regen aber die Sonne ließ sich auch eher selten blicken, kurz gesagt für die meisten das perfekte Trainingswetter. Als dann die Sonne einen Nachmittag rauskam, waren die Bikinis nicht weit entfernt. Rasch in den Bikini geschlüpft und das Handtuch gegen die Sonne über den Kopf gezogen, stand dem Vorbräunen für Vickys baldigen Malleurlaub nichts mehr im Weg. Demnach ließ der erste Sonnenbrand auch nicht lange auf sich warten.
Am Montag wurde abends Bingo gespielt. Tom, zusammen mit Maik spielte Glücksfee und sagte die Nummern an. Zu gewinnen gab es als ersten Preis ein schwarzes Sportshirt mit der Aufschrift Groenlo 2017 TSV Twiste. Der zweite Preis war ein grünes Mäppchen von DFB gefüllt mit Buntstiften, Lineal und Spitzer. Ein einzigartiger Gewinn, den es im Laden nämlich nicht zu kaufen gibt. Und so ging ein weiterer erfolgreicher Tag zu Ende.
 
Nach den ersten paar Tagen kam es auch zu den ersten Verletzungen und Überlastungen, sei es Knie, die untere Fußseite, Schulter oder Fabiennes gigantische Blasen an beiden Füßen (Anmerkung von Fabienne: „Leicht kann jeder“).
Alles war mit dabei und wir mussten das Beste daraus machen. Demnach wurden einige Lauftrainingseinheiten gezwungenermaßen mit einem Schwimmtraining ersetzt, was natürlich nur halb so viel Spaß macht. Der improvisierte Kraftraum befand sich wie immer im „Kids Club“ des Bungalowparks und so haben wir neben jungen Hüpfern die Gewichte gestemmt, dabei war für die kleinen unser Training interessanter als die Tiger-Maske, die der Animateur mit ihnen basteln wollte.
Auch bei dem traditionellen Bowlingabend am Dienstag wurde ordentlich geschwitzt nicht unbedingt der Anstrengung wegen, sondern eher Aufgrund manch misslungener Würfe in die Rinne. Ich war ja dafür, dass auch die „Großen“ mit Bande spielen dürften, das hätte manchen sehr viele Nerven gespart. Ein bisschen randaliert wurde auch, sodass ein paar einzelne Tische hinterher von den verschütteten alkoholfreien (!) Getränken nur so klebten. Das war aber natürlich der Aufregung geschuldet und keineswegs absichtlich geschehen. Der Dienstagnachmittag stand jedem zur freien Verfügung, daher haben sich viele ins Auto gesetzt und sind nach Winterswyk gefahren um dort ein wenig durch die Gassen zu schlendern.
Am Mittwoch neigte sich das Trainingslager langsam dem Ende mit dem allerseits beliebten Discoabend. Dieses Jahr hatten wir nur 3 Aufführungen und Frau Hundertmark kündigte an, dass es in den nächsten Jahren wohl doch wieder zum Pflichtprogramm gemacht werden sollte, da dabei so schönen Sachen entstehen würden. Der Bungalow 53 mit Fabienne, Vicky, Rebecca, Julia, Kathi und Lucca veranstaltete ein kleines Geräuschequiz mit typischen Hollandgeräuschen wie z.B. Das Abrollen der Klopapierrolle, das Einfüllen des Hollandtees in die Plastikbecher oder das Aufeinanderprallen der Billardkugeln. Zu jedem Geräusch wurde auch noch ein kleiner Hinweis gedichtet. Der Sieger bekam eine Aufblasbare Krone die am Tag zu vor in Winterswyk besorgt wurde. Eine weitere Gruppe hatte sich schon vor Beginn des Trainingslagers zusammengetan und einen Tanz einstudiert, der dann mit Stolz vor Publikum vorgeführt wurde. Die dritte Gruppe gab dann ihr Bestes zu einem bekannten Schlagerhit von Micky Krause und erschien sehr Text sicher. Am letzten Tag war ein Wettkampf angesagt, für die Verletzten von keiner besonders großen Bedeutung dafür für die anderen umso aufregender. Die Werfer trafen sich am Ring und versuchten alles aus ihren 6 Versuchen im Diskuswerfen und Kugelstoßen heraus zu holen. Die Läufer traten auf einer 5km Runde, welche die Woche schon öfters zurückgelegt wurde, gegeneinander an und mussten noch ein letztes Mal den Gegenwind überwinden. Am Kanal war zu dieser Zeit wieder einiges los. Die Gruppe der U12 nahm sich den sogenannten Cooper-Test mit 12min zum Ziel. Dabei wurden nach Ablauf der Zeit die zurückgelegten Meter festgehalten. U8 und U10 sind jeweils eine Runde um den Kanal gelaufen, was etwa 760m entspricht. Laute Unterstützung kam dabei von den Eltern und Trainingskameraden aus dem Zielbereich und erschöpft aber glücklichen machten sich dann die Meisten auf, um die Energiespeicher am Haupttreffpunkt, Bungalow 50 von Uli und Hilma Hundertmark, wieder aufzufüllen.
Zum Abschluss wurden nämlich Waffeln gebacken und Urkunden vergeben, ein Gruppenfoto darf natürlich auch nicht fehlen und dann machten sich alle ans packen. Manche verließen Marveld schon am Donnerstagabend aber die Mehrheit nutzte noch den letzten Abend für ein paar entspannte Stunden im Schwimmbad, auf dem Spielplatz oder bei netter Gesellschaft im Bungalow.
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